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MKV-Umfrage zeigt klares Ja zum Präsenzunterricht

06. September 2021 | Allgemein, Schulpolititk, Startseite, Wirtschaft und Gesellschaft
MKV-Umfrage zeigt klares Ja zum Präsenzunterricht

Eine vom Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV) in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage zum Thema Bildung zeigt unter anderem, dass eine Mehrheit den Präsenzunterricht für unersetzbar hält. Eine Rückkehr der Maskenpflicht am Sitzplatz wird klar abgelehnt. Die Impfung ab 12 Jahren wird mehrheitlich befürwortet, ab sechs Jahren hingegen abgelehnt.

Für die Untersuchung wurden vom IFDD, Institut für Demoskopie und Datenanalyse GmbH, zwischen 24. und 30. August 800 wahlberechtigte Personen befragt.

Nahezu vier von zehn Befragten glauben, dass Absolventen des vergangenen Jahres nachgesagt werden kann, dass sie eine „Corona-Matura“ absolviert hätten. Gleichzeitig glaubt weniger als ein Drittel, dass es jedenfalls keine beruflichen Nachteile aus einem „Corona-Jahrgang“ geben würde. „Ich glaube nicht, dass mein Maturajahrgang Nachteile erfährt, denn wir hatten zwar eine Matura mit Erleichterungen, hatten es aber eineinhalb Jahre umso schwerer und mussten beweisen, dass wir flexibel sind“ so Moritz Mittermann, Bundesjugendobmann des MKV, der heuer maturiert hat.

Distance-Learning wird von einem Viertel der Befragten als Sehr gut oder Gut bewertet, ebenso viele glauben aber, dass es nur Genügend oder sogar Nicht genügend funktioniert hat. „Es gab hier zweifelsohne Probleme, allerdings konnten aus Sicht der Befragten auch neue Fähigkeiten wie Selbstorganisation und der richtige Umgang mit digitalen Medien erlernt werden.“, so Mittermann.

Präsenzunterricht nicht zu ersetzen

Walter Gröblinger, MKV-Vorsitzender, erkennt in der Studie ein klares Bekenntnis zum Präsenzunterricht: „27 Prozent der Befragten meinen, dass der Unterrichtsstoff im Distance Learning nicht wie in Präsenzlehre durchgenommen werden konnte, weitere 30 Prozent beantworten die entsprechende Frage mit „eher nein“, haben also zumindest Zweifel.“

Mittermann ergänzt: „Besonders sticht hervor, dass sich 41 Prozent reinen Präsenzunterricht wünschen, ein Drittel hingegen einen Tag pro Woche Distance-Learning bevorzugen würde. Ein derartiges 4+1 Modell würde wohl viele Nachteile des kompletten Distance-Learning abfedern und könnte positive Aspekte, wie sie vom Home-Office in der Arbeit bekannt sind, fördern.“

Gröblinger verweist auch auf Probleme, die Tagesroutine während des Homeschoolings aufrecht zu erhalten. Hier spielten neben fehlender Motivation auch Ablenkungen, etwa durch Familienmitglieder im Home-office, eine Rolle: „Für die Beibehaltung der Routine ist ein fixer Arbeitsplatz mit möglichst wenig Ablenkungspotential wichtig.“

Zwei Drittel der Befragten hatten stets Zugriff zu einem Laptop oder Tablet. „Das bedeutet aber auch, dass 23 Prozent keinen Zugriff hatten und somit de facto teilweise vom Unterricht ausgeschlossen waren. Ein Drittel hatte keinen Zugang zu einer Webcam. Damit bleiben ganze Bevölkerungsgruppen beim Lernen zurück“, so der MKV-Vorsitzende.

Alarmierend sind für Gröblinger die Ergebnisse zur psychischen Gesundheit. So sind 63 Prozent der Befragten der Meinung, dass es Schülerinnen und Schülern psychisch in der Pandemie beim Distance-Learning schlechter gegangen ist. „Als Hauptgrund wurde angegeben, dass Schülerinnen und Schüler ihre Freundinnen und Freunde vermisst habenund das Thema Überforderung“, so Gröblinger.

Die Hauptlast bei der Unterstützung von Schülerinnen und Schülern trifft die Mütter: Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass diese in der Phase des Distance-Learnings diese Leistung übernahmen.

„Die Umfrageergebnisse führen uns zum klaren Appell, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten und im Kampf gegen die Pandemie rechtzeitig andere Mittel einzusetzen“, so der MKV-Vorsitzende. Mittermann fügt hinzu: „Wir müssen Digitalisierung als Instrument verwenden, dieses soll helfen, aber nicht alles Bisherige ersetzen. Wichtig ist außerdem, dass im kommenden Schuljahr Druck von den Schülerinnen und Schülern genommen wird.“

Schule digital – nicht digitale Schule

„Die Befragten haben klare Vorstellungen von der Schule der Zukunft“, so Mittermann und führt weiter aus: „In Zukunft soll die Digitalisierung weiter Einzug in der Schule finden, ohne herkömmliche Methoden gänzlich zu ersetzen.“ So wünschen sich sechs von zehn Befragten, dass jede Schülerin und jeder Schüler Zugang zu einem eigenen Laptop hat, welcher im Unterricht verwendet werden kann. „Wir begrüßen daher die in diese Richtung gehenden Überlegungen der Bundesregierung“.

„Gerade jetzt ist es wichtig auch in die Zukunft zu schauen. Wir stellen nicht nur Weichen für das kommende Schuljahr, sondern wir sollten Weichen für die kommende Generation stellen. Wir müssen Digitalisierung als Instrument verwenden, dieses soll helfen, aber nicht alles Bisherige ersetzen. In diesem Sinn sollten bereits rasch entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. Wichtig ist außerdem, dass im kommenden Schuljahr Druck von den Schülerinnen und Schülern genommen wird“, so Mittermann.

Impfpflicht vor Distance Learning

Im Hinblick auf etwaige neue Maßnahmen würden nur sieben Prozent Schulschließungen gerechtfertigt finden, die meiste Zustimmung bekommt die Maßnahme des regelmäßigen Testens. Nur zehn Prozent der Befragten empfinden eine Maskenpflicht am Sitzplatz gerechtfertigt, falls sich die Lage zuspitzt.

Eine Mehrheit von 52 Prozent befürwortet eine Impfung ab zwölf Jahren. Eine Impfung ab sechs Jahren wird – eine europaweite Zulassung vorausgesetzt – hingegen von 54 Prozent abgelehnt.

Immerhin 29 Prozent der Befragten können sich eine Impfpflicht für alle Lehrenden vorstellen. Gröblinger verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass der Einsatz dieser Gruppe während der Pandemie von den Befragten durchwegs „und das zu Recht“ gewürdigt werde. „Lehrerinnen und Lehrer mussten in der Phase des Distance-Learnings oft auch als Sorgentröster agieren und waren für manche Schülerinnen und Schüler wichtige, manchmal auch die einzigen erwachsenen Ansprechpartner“

 

Der MKV ist Österreichs größter Schüler- und Absolventenverband mit mehr als 15.000 Mitgliedern in über 160 katholischen, nichtschlagenden und farbentragenden Studentenverbindungen und ist in allen 9 Bundesländern mit Landesverbänden vertreten. Der Verband selbst ist Mitglied der Bundesjugendvertretung, viele seiner Mitglieder sind in der Schülervertretung auf Schul-, Landes- und Bundesebene aktiv.

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