Gesichter, die bewegen: radio klassik Stephansdom
Was wenige wissen: der kirchliche, katholische Radiosender radio klassik Stephansdom war einer der ersten Privatradiosender des Landes.
Initiiert und unter Patronanz des damaligen Wiener Erzbischofs, Christoph Kardinal Schönborn, nahm der Sender bereits im Jahr 1998 im Sendegebiet Großraum Wien mit einer UKW-Frequenz auf. Alles weitere sind fast drei Jahrzehnte Erfolgsgeschichte; aber auch Wermutstropfen.
Schon seit vielen Jahren begeisterte mich die einmalige und ganz besondere Programmausprägung von radio klassik Stephansdom. Klassische Musik aus elf Jahrhunderten, gepaart mit kirchlichen Informationen, religiösen Sendungen bis hin zu Messübertragungen und vielen spirituellen Lebensbetrachtungen sprechen damit wirklich für ein Format, das man in einer solchen Form sonst nicht findet. Es ist tatsächlich eine Oase für die Seele (wie dies der emeritierte EB Schönborn es immer so schön ausformulierte).
Seit nunmehr sechs Jahren darf ich nun (nach bereits 20 Jahren Erfahrung in der Medienbranche) selbst dieses außergewöhnliche Unternehmen als Geschäftsführer leiten, und bin einigermaßen stolz darauf, dass wir uns in den letzten Jahren auch weiter zukunftsfit aufstellen konnten.
Ein sehr wichtiger Schritt für uns war die Entscheidung, das Radioprogramm österreichweit auszuspielen. Die neue Überragungstechnologie DAB+ hat uns dies im Jahr 2020 ermöglicht; somit sind wir nun seit fast sechs Jahren mit unserem Programm in allen österreichischen Bundesländern empfangbar und erfreuen uns auch viel Zuspruch von Hörern fernab von Wien.
„Die Stimme der Kirche über die Grenzen der Kirchenmauern hinauszutragen – ein wirklich schöner und sinnstiftender Auftrag für mich!“
Ebenso verstärken wir natürlich laufend auch unsere Online-Angebote, nutzen Social Media, sowie Podcast-, Spotify- und Podigee-Ausspielwege und sorgen damit sowohl im Rundfunk als auch digital dafür, dass die Botschaft der Kirche auch über die grenzen der Kirchenmauern hinaus hör- und erlebbar werden kann. Es macht wirklich Freude, hier sinnstiftend beitragen zu können.
Wermutstropfen Finanzierbarkeit
Leider machen wirtschaftliche Aspekte auch vor unserem Unternehmen nicht halt; wir sahen uns in den letzten fünf Jahren kumuliert mit 30- bis 50-prozentigen Kostensteigerungen konfrontiert; gerade ein qualitativ hochwertiges Radioprogramm mit bestens kuratierter Musik und breitem Wortangebot benötigt eben auch einen großen Ressourceneinsatz, der in den Zeiten der Hochinflation immer teurer wurde.
Gleichzeitig wird die Refinanzierung durch Werbung immer schwieriger (leider auch ein Echo der generell schlechten Wirtschaftslage), und auch die Diözese kann nicht mehr in jener Form unterstützen, wie sie dies in der Vergangenheit getan hat, denn auch die diözesanen Mittel werden knapper und auch die Diözese hat sich einen rigiden Sparkurs verordnet.
„Nur wer Neues wagt, kann auch erfolgreich sein – eine Spendenkampagne fürs Radio!“
Somit kam es vor zwei Jahren zur Entscheidung, unsere vielen regelmäßigen Hörer um Unterstützung zu bitten, und damit für den Fortbestand eines qualitativ hochwertigen Programms beizutragen.
Heute, 24 Monate später, sind wir einfach nur überwältigt und dankbar, wie viele unserer Hörer bereit waren, ihr Herz zu öffnen und uns mit einem einmaligen oder auch wiederkehrenden Spendenbeitrag zu unterstützen und damit mitzuhelfen, ein etabliertes österreichisches Radioprogramm auch finanziell in die Zukunft zu tragen. Tausende Menschen haben uns bereist unterstützt und der bisher erzielte Spendenbetrag gibt uns tatsächlich die Möglichkeit weiterzumachen. Ein echter Erfolg, den wir nur gemeinsam mit unseren Hörern schaffen konnten.
Gleichzeitig bekommen wir auch viel Feedback von unserem Publikum, das unser Programmangebot zu schätzen weiß und sich eine Medienlandschaft ohne radio klassik Stephansdom einfach nicht vorstellen kann (und will)). Auch dies tut gut, und ist in harten Zeiten echter Balsam für die Seele. Ich bin unendlich dankbar, diese Position auch in diesen etwas schwierigeren Zeiten bekleiden zu dürfen und bin voll positiver Zuversicht für alles, was noch kommen mag.
Beantworte gern zwei bis drei (oder auch alle 😊) der folgenden Fragen:
- Was bedeutet Erfolg für dich?
Erfolg ist für mich immer ein gemeinsames und gemeinschaftliches Erlebnis. Wer Erfolg haben will, ist dabei immer auch auf die Mitwirkung, Unterstützung und Hilfestellung von Freunden, Coaches, Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten angewiesen. Nur wenn es gelingt, sich gemeinsam für Ideen und Ziele zu begeistern, diese dann umzusetzen und am Ende dann erfolgreich zu sein, ist daher immer das Ergebnis einer Mannschaftsleistung; und macht diese geteilte Erfolgsfreude dann auch wirklich zur vielfältigen Erfolgsfreude.
- Was bedeutet Glück für dich?
Glück ist für mich das Gefühl, geborgen und aufgehoben zu sein. In der Beziehung mit anderen, in der Ehe, in der Freundschaft, im Beruf, in der Verbindung. Glück vergrößert sich, wenn das Individuum sich in der Gemeinschaft entfalten kann und darf, wenn Vielfalt entstehen kann, wenn frei gesprochen werden kann und ein jeder so angenommen wird, wie er/sie ist.
- Welche Werte sind dir im Leben am wichtigsten?
Nach den klassischen „privaten Tugenden“ wie Ehe, Familie und Glaube steht für mich die Freiheit an oberster Stelle. Sie ist meines Erachtens die Mutter aller Werte einer offenen Gesellschaft; sie erst macht die offene Gesellschaft überhaupt möglich.
- Welche Fähigkeiten sollte man unbedingt entwickeln, um erfolgreich zu sein?
Erfolgreich wird man durch die Entwicklung seiner ganz eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Nur wer seine eigenen Stärken erkennt, kann diese auch Nutzen und zur vollen Entfaltung bringen; und damit einen wichtigen Grundbaustein für Erfolg legen.
Ich wünschte, wir hätten ein Schul- und Bildungssystem, das vermehrt auf die Stärken des Einzelnen abstellte, als permanent seine Schwächen in den Fokus zu nehmen.
- Gab es einen Moment, in dem du fast aufgegeben hättest – und was hat dich weitermachen lassen?
Ja, diese Momente gibt es wahrscheinlich bei jedem Menschen.
Mir hilft in diesen Situationen immer der Glaube. Der Glaube, dass immer alles gut ist; dass Gott nie auf mich vergisst. Der Glaube, dass jede schreckliche Erfahrung irgendwann auch die Quelle der allergrößten Kraft sein kann.
Der Salzburger Erzbischof Lackner sagte mir dazu einmal: „Gott baut das Leben wie eine Kugelbahn. Die Kugel kann nicht wissen, wo der Weg und die Bahn genau hinführt; aber das unbedingte Vertrauen in den Erbauer wird dafür Sorge tragen, dass sie auch in den schwierigsten Kurven nicht die Bahn verlässt.“
Der Gedanke, genau diese „vertrauende Kugel“ zu sein – das bestärkt mich immer wieder.