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Auferstehungsmesse. © ERICH STAUDINGER/ SCHÜTZENKOMPANIE WILTEN

Gedanken eines Tiroler Schützen zum Osterfest

Zwischen Palmbinden, Grabwache und festlichem Gottesdienst zeigt sich, wie eng Glaube und Tradition bei den Tiroler Schützen verbunden sind. Ostern wird so zum lebendigen Ausdruck eines jahrhundertealten Brauchtums.

Als seit Jahrhunderten fest im katholischen Glauben verankerte Gemeinschaft stellen für die Tiroler Schützen die kirchlichen Feste – neben unseren Traditionsterminen zum Gedenken an maßgebliche Ereignisse und herausragende Leistungen von Tirolerinnen und Tirolern in der Geschichte unseres Landes – ganz wesentliche und unverzichtbare Markpunkte im Jahresablauf dar.

Die Treue zur Kirche und der Kampf für unseren Glauben stehen stets erstgenannt bei unseren Parolen und Wahlsprüchen. Es ist daher für Tiroler Schützen völlig undenkbar, einen unserer besonderen Anlässe zu begehen, wenn das Festprogramm nicht als Höhepunkt einen festlich zelebrierten Gottesdienst aufweist.

So gehören aber auch vice versa die Abordnungen der Tiroler Schützen landesweit zum besonderen Merkmal jeder Fronleichnamsprozession (in Innsbruck Seite an Seite mit dem Landeschargiertencorps des TMV). Aber auch bei Kirchweihfesten und sonstigen feierlichen kirchlichen Feiern und Anlässen bis hin natürlich zu den Hochzeiten unserer Mitglieder sind die Tiroler Schützen und deren feierliche Gewehrsalven seit Jahrhunderten ein unverzichtbarer Teil des Festreigens.

Die Jungschützen – vergleichbar mit den Füxen, wenngleich mit wesentlich längerer Fuxenzeit –, welche ja noch nicht mit Waffen ausrücken, dienen als Ministranten, kirchliche Ordner etc. bei diesen Festen. Auch beispielsweise die landesweit bei den Tiroler Friedhöfen stattfindenden Sammlungen für das Schwarze Kreuz am Seelensonntag und zu Allerheiligen werden von den Jungschützen übernommen. So wachsen auch unsere jüngsten Mitglieder von Anfang an in dieses enge Verhältnis zwischen Tiroler Schützenwesen und katholischer Kirche hinein.

So wie wir Couleurstudenten mit vier Prinzipien unsere Gemeinschaft definieren und leben, so gibt es auch bei den Tiroler Schützen entsprechende Grundsätze, welche auf
„der Treue zu Gott (sic!), dem Erbe der Vorfahren, dem Schutz von Heimat und Vaterland und dem Ziel der Einheit Gesamttirols“ beruhen.

Dementsprechend hat natürlich auch Ostern als das höchste Fest von Mutter Kirche einen ganz besonderen Platz im Leben eines Tiroler Schützen. Für das Aufwachsen in und das Leben mit unserer Tradition ist dieses Hochfest unserer Mutter Kirche ein ganz besonderer Anlass.

Ostergrabwache. © ERICH STAUDINGER/ SCHÜTZENKOMPANIE WILTEN

Selbstverständlich finden in der dem Osterfest vorangehenden Fastenzeit im Schützenwesen keinerlei gesellige Veranstaltungen wie Bälle oder Feste statt.
Weit verbreitet ist in unseren Reihen traditionell auch der Verzicht auf Alkohol in diesen Wochen der Vorbereitung auf das Osterfest.

Die eigentlichen österlichen Aktivitäten starten bereits in den Tagen und Wochen vor dem Palmsonntag mit dem traditionellen Palmbinden, einer weit über das Schützenwesen im engeren Sinne hinausreichenden Tradition. Viele Tirolerinnen und Tiroler wissen diese zu schätzen und sind dankbar und froh über die von uns gebundenen Palmen, welche dann stolz bei den Prozessionen mitgetragen werden.

Der wichtigste österliche Dienst des Tiroler Schützen ist jedoch mit Sicherheit die Grabwache.
An den Heiligen Gräbern in den Tiroler Kirchen wachen ab der Nacht zum Karsamstag bis zur Auferstehung des Herrn unsere Abordnungen.

Disziplin, Verlässlichkeit und Ausdauer sind bei diesen viele Stunden dauernden Einsätzen für unseren Glauben unbedingte Voraussetzungen, welche insgesamt wesentliche Elemente des Schützenwesens darstellen.

Wir üben diesen Dienst mit Freude und Stolz aus – in der Gewissheit, dass unzählige Generationen von Tiroler Schützen uns in diesem Dienst Vorbild waren. Es ist für uns Auftrag und Ehre, diese Tradition fortzusetzen und so in unserem Land zu den Feierlichkeiten und der Freude des Osterfestes unseren Beitrag zu leisten.