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Couleurstudententum auf Schweizerisch

Jedes Jahr ist es wieder so weit – und damit ist ausnahmsweise nicht der Pennälertag gemeint: Eine lange Reise steht der Kartellaktivitas bevor. Dieses Mal führte uns eine neunstündige Autofahrt nach Brig zum Zentralfest 2026 des Schweizerischen Studentenvereins (Schw. StV). Für uns bot sich die großartige Möglichkeit, in eine andere Welt einzutauchen, das Couleurstudententum auf eine ganz neue Art und Weise zu erleben sowie bestehende Freundschaften zwischen den Verbänden zu stärken und neue aufzubauen.

Gerade noch rechtzeitig erreichte das KCHC Brig zum traditionellen Willkommensumtrunk. Schon in den ersten Minuten wurde klar: Nicht nur der Schweizer Dialekt fordert unser Ohr heraus, sondern auch das gesamte Verbindungsleben folgt einer ganz eigenen Dynamik. Wo wir in Verbindungen und Zirkeln denken, spricht der Schw. StV von „Sektionen“ und „Stämmen“. Auch optisch bot sich uns ein ungewohntes Bild: Während bei unserem Pennälertag ein buntes Meer aus den unterschiedlichsten Deckelfarben herrscht, trägt im Schw. StV jede Sektion eine rote Mütze in den gemeinsamen Verbandsfarben Rot-Weiss-Grün. Erst die Form der Mütze und die Zirkel verraten, wer zu welcher Sektion gehört.

Nach der langen Anreise bot der Freitagabend beim gemeinsamen Stammbetrieb den perfekten Einstieg, um anzukommen und erste Kontakte zu knüpfen. Bei Schweizer Gastfreundschaft und kühlem Bier kamen wir rasch mit den Kartellgeschwistern ins Gespräch und konnten uns direkt über die ersten Unterschiede unseres Brauchtums austauschen.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des couleurstudentischen Austauschs. Bei der Aktivenversammlung erlebten wir die bekannte schweizerische basisdemokratische Wahl hautnah mit. An dieser Stelle gratulieren wir Sarah Jaeggi v/o Mareel von der AV Filetia Turicensis ganz herzlich zur Wahl als neue Zentralpräsidentin sowie ihrem gesamten Zentralcomitee!

Mit einbrechender Dunkelheit folgte ein Höhepunkt: der Fackelzug durch die engen, geschichtsträchtigen Gassen von Brig. Die anschließende Brandrede setzte ein klares Zeichen für den Schw. StV und die Zukunft der Schweiz. Der Abend klang schließlich in einem ausgelassenen, langen Stammbetrieb aus, bei dem bis in die frühen Morgenstunden gefeiert und debattiert wurde.

Den feierlichen Abschluss des Zentralfests bildete der Sonntag, der mit einem festlichen Gottesdienst begann. Beim anschließenden Ehrengästeempfang und Bankett wurde der hohe gesellschaftliche Stellenwert der Veranstaltung deutlich. Ein zentrales Anliegen unseres Besuchs war dabei der enge Austausch zwischen den befreundeten Verbänden: Ob im Gespräch mit Vertretern des Schw. StV, des ÖCV, des CV oder des EKV – als MKV pflegen wir hier eine Partnerschaft, die durch solche Treffen spürbar gestärkt wird. Es zeigte sich einmal mehr, dass der Blick über den Tellerrand und der Schulterschluss über die Landesgrenzen hinweg von unschätzbarem Wert sind.

Den Schlusspunkt setzte am Nachmittag der große Festumzug durch Brig unter dem Applaus der Bevölkerung, gefolgt von den abschließenden Festansprachen. Die neunstündige Heimreise bot schließlich ausreichend Zeit, die vielen Eindrücke sacken zu lassen. Für die Kartellaktivitas war das Zentralfest in Brig mehr als nur ein Ausflug: Es war ein starkes Zeichen gelebter Verbandsfreundschaft und eine wertvolle Inspiration für das Couleurleben daheim.