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Fake: Papst im Mantel. © TWITTER/@GET_ZION“

Tempora mutantur – wie KI unsere Leben verändert

KI verändert längst Schule, Beruf und Alltag. Zwischen neuen Chancen, Datenrisiken und unsicheren Berufsbildern wird Bildung neu herausgefordert: Nicht bloß Fakten zählen, sondern Urteilskraft, Verantwortung und die Fähigkeit, zwischen Wissen, Meinung und Manipulation zu unterscheiden.

Wie unglaublich schnell wandelt sich doch die Zeit und mit ihr die Anforderungen an unsere Bildung. Als ich Anfang der 1980er das BRG Fadingerstraße in Linz besuchte, stand im 3. Stock des Schulgebäudes neben dem Physiksaal ein Eingabeterminal, das mit einem IBM-Hauptrechner in Wien verbunden war. Noch vor dem Aufkommen der ersten programmierbaren Taschenrechner konnten interessierte Schüler so im Rahmen eines Freifaches das Betriebssystem UNIX und die Programmiersprache Fortran-C kennenlernen.

Während meiner Architekturausbildung in Innsbruck in der zweiten Hälfte der 1980er nutzte ich als Studentenvertreter schon einen Apple Mac 128k der ÖH für die Erstellung einer Studentenzeitung. Computer aided drawing wurde damals als Wahlfach angeboten. Die meisten Büros zeichneten zu dieser Zeit ihre Pläne noch per Hand, Schriftverkehr und Ausschreibungen wurden auf Schreibmaschinen getippt. In den 1990ern verschwanden diese, ebenso wie Zeichentische und Tuschefedern, wurden durch Tastaturen, PCs, Bildschirme und Drucker ersetzt. Briefe, Telegramme und Fax wichen zunehmend E-Mails. Internet, Laptops und Handys erlaubten uneingeschränkte örtliche und zeitliche Erreichbarkeit.

Smartphones vereinen viele Funktionen in sich

Die mit der Jahrtausendwende aufkommenden Smartphones vereinen heute vielfältigste Funktionen: vom Diktiergerät, Fotoapparat, Scanner, Videokamera, Computer bis hin zu unzähligen Apps wie Alexa, Fitness, Übersetzer und Routenplaner. Social Medias, Blogger, Reals, Streaming verdrängen Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen. Unsere Kommunikation, unser Leben wurde infolge dieses technischen Fortschritts nachhaltig verändert, keiner meiner MitschülerInnen hat diese grundlegenden Veränderungen in so kurzer Zeit erahnt. Was kommt da erst auf unsere Kinder zu?

KI ist längst nicht mehr Fiktion sondern Teil unserer Gegenwart. Die Algorythmen installierter Software verwendet unsere Daten, macht uns zu gläsernen Menschen, schickt uns in Echoräume. Wir unterhalten uns mit KI-generierten Assistenten von Smartphones, Autos und Service-Hotlines. Die Anforderungen an Datenschutz, Haftungen und moralische Verantwortung steigen. Aktuelle Schlagzeilen bestärken die Zweifler und Skeptiker: Standard 23.7.2025 „KI löschte Datenbank von Firma und versuchte dann, es zu verheimlichen“, Kurier 18.02.2026 „Düstere KI-Prognose: Wenn das jemand baut, dann sterben alle“, Standard 2.4.2026 „KI-Modelle lügen und betrügen, um andere KIs vor der Löschung zu bewahren“, Standard 7.4.2026 „KI-Experte Nate Soares: Der Untergang der Menschheit wäre ein Nebeneffekt“, orf.at 24.04.2026 „Meta bestätigt Trend: Rasanter Ersatz von Jobs durch KI“.

Welche Perspektiven haben angesichts dieser sich abzeichnenden Umwälzungen unserer heutigen SchülerInnen und StudentInnen? Was kann die KI (noch) nicht? Wie verändert KI die Ausbildung und den zukünftigen Arbeitsmarkt? Welche Berufe und Studienrichtungen haben noch Zukunft? Tragen die Lehrpläne unserer Bildungseinrichtungen dieser Entwicklung Rechnung? Ist unter diesen Vorzeichen das, was wir gestern unter „Bildung“ verstanden haben, nicht etwas ganz Anderes als heute und morgen?

Wichtig ist, was wir daraus machen

Nicht Faktenwissen zählt, entscheidend ist, was wir daraus machen. Die mündige Nutzung erworbenen Wissens erfordert Selbständigkeit, eigene Urteilskraft und Verantwortungsbewusstsein, aufbauend auf unseren Werten. Um künftige Generationen für diese neuen Zeiten zu wappnen, bestmöglich vorzubereiten, sollen möglichst alle Bevölkerungsschichten einen umfassenden freien Zugang zu Wissensplattformen und Technologien erhalten. Müssen wir die Fähigkeiten zur kritischen, reflektierten Auseinandersetzung mit digitalen Wissens- und Informationsquellen lehren, das handwerkliche Rüstzeug zur Entwicklung, Präsentation und Umsetzung eigener selbstständiger, mündiger Positionen und Strategien vermitteln und fördern. Bildung heißt heute unterscheiden zu lernen: zwischen Fake und Tatsache, Behauptung und Argument, Meinung und Wissen, zwischen Gleichgültigkeit und Freiheit. Fähigkeiten, deren Erwerb in den katholischen Schüler- und Studentenverbindungen schon lange Tradition hat.

Foto: TWITTER/@GET_ZION“